Die Düsseldorfer Tabelle für 2018

Die Düsseldorfer Tabelle für 2018

Die Düsseldorfer Tabelle gibt Auskunft über die Höhe des Unterhalts, der nach einer Trennung für Kinder gezahlt werden muss, wenn diese nicht im eigenen Haushalt leben.

Sie wird mit Wirkung zum 1. Januar 2018 aktualisiert. Ab dann gelten ein erhöhter Mindestunterhalt für minderjährige Kinder sowie erhöhte Einkommensgruppen.

Der Unterhaltsbedarf ergibt sich aus der Tabelle unter Berücksichtigung des Nettoeinkommens und des Alters der Kinder.

Der Unterhaltsbedarf ist nicht identisch mit dem Zahlbetrag. Die Höhe der Zahlung ergibt sich nach Abzug der Hälfte des monatlichen Kindergelds.

Der Selbstbehalt für einen erwerbstätigen Unterhaltszahler beläuft sich auf 1.080 Euro. Für einen nicht erwerbstätigen Unterhaltsverpflichteten liegt der notwendige Selbstbehalt bei 880 Euro im Monat.

Wenn Sie wissen möchten, wie viel Unterhalt Sie nach Trennung und Scheidung für die gemeinsamen Kinder zahlen müssten oder was Sie nach einer Scheidung an Unterhalt für die bei Ihnen wohnenden Kinder erhalten würden, dann gibt Ihnen die Düsseldorfer Tabelle Auskunft.

Sie ist eine bundesweit anerkannte Richtlinie zum Unterhaltsbedarf und wird vom Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Familiengerichtstag etwa alle zwei Jahre aktualisiert, zuletzt mit Wirkung zum 1. Januar 2017.

Die Leitlinien vereinheitlichen die Rechtsprechung zum Unterhalt und enthalten neben dem Tabellenwerk auch ergänzende Anmerkungen.

Wer muss Unterhalt zahlen?

Der Elternteil, bei dem sich das minderjährige gemeinsame Kind nicht ständig aufhält, ist zum sogenannten Barunterhalt verpflichtet (§ 1612a BGB). Bei voll-jährigen Kindern, die in der Ausbildung und/oder im Studium sind, sind beide Elternteile entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit zum Unterhalt verpflichtet.

Wie hoch ist der Mindestunterhalt für Kinder?

Der Mindestunterhalt für minderjährige Kinder nach der Trennung der Eltern richtet sich nach der sogenannten Mindestunterhaltsverordnung. Ab dem 1. Januar 2018 gelten diese monatlichen Mindestunterhaltssätze:

bis zur Vollendung des 6. Lebensjahres: 348 Euro

bis zur Vollendung des 12. Lebensjahres: 399 Euro

bis zur Vollendung des 18.Lebensjahres: 467 Euro

Was muss ich an Kindesunterhalt zahlen?

In der Düsseldorfer Tabelle finden Sie die jeweiligen monatlichen Beträge für den Kindesunterhalt gestaffelt nach dem Nettoeinkommen des Unterhaltspflichtigen und dem Alter der betroffenen Kinder. Es gibt zehn Einkommens- und vier Altersstufen. Mit steigendem Einkommen des Unterhaltsverpflichteten verbleibt ihm selbst ein höherer Betrag. Das ist der sogenannte Bedarfskontrollbetrag, den Sie in der Tabelle in der letzten Spalte finden. Der Prozentsatz in der vorletzten Spalte drückt die Steigerung des Unterhalts der jeweiligen Einkommensgruppe gegenüber dem Mindestunterhalt in der ersten Einkommensgruppe aus. Aus der Multiplikation des Mindestunterhalts mit dem jeweiligen Prozentsatz ergibt sich die Höhe des Unterhaltsanspruchs.

Die Düsseldorfer Tabelle 2018 führt zu einer Änderung der Badarfssätze. Erstmals seit 2008 werden auch die Einkommensgruppen angehoben.

Basisrechnung für zwei Kinder

Haben Sie mehr als zwei Kinder oder lediglich ein Kind, so können Ab- oder Zu-schläge durch Einstufung in eine niedrigere oder höhere Nettoeinkommensgruppe (Spalte 1) angemessen sein.

Liegt das Nettoeinkommen der unterhaltsverpflichteten Person über 5.100 Euro im Monat, berechnet sich der zu zahlende Unterhalt nicht nach der Düsseldorfer Tabelle, sondern wird nach den Umständen des Einzelfalls bestimmt.

Ab Januar 2018 gilt das erst ab einem Einkommen von 5.501 Euro.

In den Unterhaltsbeträgen sind die Beiträge zur Kranken- und Pflege-versicherung sowie Studiengebühren nicht enthalten. Beides sind Beispiele für einen Mehrbe-darf, der zusätzlich zu zahlen ist.

Sonderbedarf sind einmalige, unerwartete, hohe, notwendige Ausgaben, die im Einzelfall ebenfalls übernommen werden müssen.

Wie hoch ist der Selbstbehalt?

Ein erwerbstätiger Unterhaltszahler mit schulpflichtigen Kindern bis 21 Jahren darf im Monat 1.080 Euro als Existenzminimum für sich behalten.

Für nicht erwerbstätige Unterhaltsverpflichtete beläuft sich das Existenz-minimum auf 880 Euro monatlich. Darin sind bis 360 Euro für Unterkunft einschließlich umlagefähiger Nebenkosten und Heizung (Warmmiete) enthalten.

Wie wird das Kindergeld berücksichtigt?

Das Kindergeld für ein minderjähriges Kind steht den Eltern zu – und zwar beiden Elternteilen je zur Hälfte.

Es wird jedoch in voller Höhe an den Elternteil ausbezahlt, bei dem das Kind wohnt. Deshalb darf der Elternteil, der den Kindesunterhalt zahlen muss, die Hälfte des Kindergelds vom Unterhalt abziehen. Aus der Düsseldorfer Tabelle ergibt sich also nicht der Zahlbetrag. Den erhalten Sie erst nach Abzug der Hälfte des monatlichen Kindergelds.

Das Kindergeld beträgt in Deutschland seit dem 1. Januar 2017 für das erste und zweite Kind 192 Euro im Monat (§ 66 Abs. 1 EStG, § 6 Abs. 1 BKGG). Die Hälfte davon sind 96 Euro.

Dieser Betrag ist zu verrechnen mit dem Kindesunterhalt.

Ab dem 3. Kind beträgt das Kindergeld 198 Euro, es sind 99 Euro abzuziehen.

Ab dem 4. Kind wird 223 Euro Kindergeld gezahlt, die 111,50 Euro werden mit dem Unterhalt verrechnet.

Unterhalt und Steuer

 

Die Unterhaltsverpflichtung ist auch ein Fall für die Einkommensteuer, zum Beispiel als außergewöhnliche Belastung.

Ab dem 1. Januar 2018 gibt es für das erste und zweite Kind je 194 Euro, für das dritte 200 Euro und für das vierte und jedes weitere Kind 225 Euro.

Kindergeld-Anrechnung volljähriger Kinder

Ab der Volljährigkeit des Kindes ist das Kindergeld in voller Höhe vom Tabellen-betrag der Düsseldorfer Tabelle abzuziehen. Eigentlich steigt zwar die Unterhalts-pflicht ab Volljährigkeit.

Dennoch verringert sich der von den Eltern zu zahlende Kindesunterhalt.

Grund hierfür ist, dass ab Volljährigkeit das Kindergeld komplett an das Kind weiter-zuleiten ist. Daher ist der Unterhalt um das volle Kindergeld zu verringern. Damit bekommt das volljährige Kind also tatsächlich mehr als ein minderjähriges Kind.

Beachten Sie, dass sich der Unterhalt für ein volljähriges Kind ganz anders be-rechnet als der Kindesunterhalt für ein minderjähriges Kind. Zwar gilt für beide die Düsseldorfer Tabelle. Je höher das Einkommen des Elternteils ist, der Kindes-unterhalt zahlen muss, desto höher fällt auch der Kindesunterhalt aus. Ab der Volljährigkeit zählt aber nicht nur das Einkommen eines Elternteils: Beide Eltern stehen ab Volljährigkeit in der Pflicht. Daher berechnet sich der Kindesunterhalt ab Volljährigkeit auch aus dem Einkommen beider Elternteile. Näheres dazu lesen Sie in unserem Artikel zum Kindesunterhalt für volljährige Kinder.

Das sind die Tabellen zu den Zahlbeträgen 2018

Hier finden Sie das, was Sie tatsächlich nach Abzug des hälftigen Kindergelds für das erste und zweite Kind zahlen müssen:

Nettoeinkommen in € 0-5 Jahre, 6-11 Jahre, 12-17 Jahre, ab 18 Jahre  

bis 1.900, 251 €, 302 €370,  €333 € 

1.901-2.300, 269 €, 322 €, 394 €, 360 € 

2.301-2.700, 286 €, 342 €, 417 €, 386 € 

2.701-3.100, 304 €, 362 €, 441 €, 413 € 

3.101-3.500, 321 €, 382 €, 464 €, 439 € 

3.501-3.900, 349 €, 414 €, 501 €, 481 € 

3.901-4.300, 377 €, 446 €, 539 €, 523 € 

4.301-4.700, 405 €, 478 €, 576 €, 565 € 

4.701-5.100, 432 €, 510 €, 613 €, 608 € 

5.101-5.500, 460 €, 542 €, 651 €, 650 € 

Quelle: OLG Düsseldorf (Stand: November 2017)

Wie wird das unterhaltsrelevante Nettoeinkommen berechnet?

Die größte Schwierigkeit besteht in der Praxis darin, das unterhaltsrelevante Netto-einkommen zu ermitteln. Es stimmt fast nie mit dem Nettoeinkommen auf der Gehalts- oder Lohnabrechnung überein. Dazu gibt aber die Düsseldorfer Tabelle selbst keinen Hinweis.

Berufsbedingte Aufwendungen, die sich von den privaten Lebenshaltungs-kosten nach objektiven Merkmalen eindeutig abgrenzen lassen, sind vom Einkommen abzuziehen.

Dabei kann bei entsprechenden Anhaltspunkten eine Pauschale von 5 Prozent des Nettoeinkommens – mindestens 50 Euro, bei geringfügiger Teilzeitarbeit auch weniger, und höchstens 150 Euro monatlich – geschätzt werden.

Übersteigen die berufsbedingten Aufwendungen die Pauschale, sind sie insgesamt nachzuweisen.

Schulden

Berücksichtigungsfähige Schulden sind in der Regel vom Ein-kommen abzuziehen.

Unterhaltsrechner

Auf einigen Webseiten finden Sie kostenlose Unterhaltsrechner, die alle auf der Düsseldorfer Tabelle basieren.  Diese können aber nur einen ersten Anhaltspunkt liefern.

Das Unterhaltsrecht ist komplex und lässt sich deshalb nur sehr bedingt durch einen Rechner abbilden. Meist entspricht das, was Sie mit dem Unterhaltsrechner ausgerechnet haben, nicht dem, was Sie tatsächlich zahlen müssen.

Regionale Abweichungen

Regionale Abweichungen sind zu beachten, da die einzelnen Oberlandes-gerichte ihre eigenen Regelungen festlegen:

Süddeutsche Leitlinien

Leitlinien des Kammergerichts Berlin

Unterhaltsgrundsätze des Brandenburgischen OLG

Leitlinien des OLG Braunschweig

Leitlinien des OLG Bremen

Leitlinien des OLG Celle

Leitlinien des OLG Dresden

Leitlinien des OLG Düsseldorf

Unterhaltsgrundsätze des OLG Frankfurt

Leitlinien des OLG Hamburg

Leitlinien des OLG Hamm

Leitlinien des OLG Jena

Leitlinien OLG Koblenz

Leitlinien des OLG Köln

Leitlinien des OLG Naumburg

Leitlinien des OLG Oldenburg

Leitlinien des OLG Rostock

Leitlinien des OLG Schleswig-Holstein

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Karl-Heinz Steffens
Karl-Heinz Steffens
Rechtsanwalt und Fachanwalt für Bank- und Kapitalanlagerecht
Berlin Dahlem

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