Firmen sagen Ehescheidungen voraus?
"Frauen und Männer wissen oft nicht, wann ihre Ehe oder feste Beziehung in die Brüche gehen wird. Aber ihre Kreditkartenfirma weiß es möglicherweise erstaunlich genau." Das behauptet Maximilian von Demandowsky in seinem Beitrag vom 09.06.10 auf ZEIT online. Es gebe "Spezialfirmen, die für Unternehmen Prognosen aufstellen, wie sich das Privatleben der Kunden entwickeln wird."
Das Beispiel dafür ist banal: Lasse sich an Hand der Kreditkartenabrechnung nachvollziehen, dass sich jemand bei einer Partnervermittlung im Internet anmeldet, sei dies ein Indiz für eine bevorstehende Scheidung und in der Folge möglichen Zahlungsschwierigkeiten. Ich meine, zu dieser Schlussfolgerung sollte ein Kreditkartenunternehmen auch ohne "Spezialfirma" in der Lage sein. Die von Maximilian von Demandowsky befragten Unternehmen Visa Europe und Deutsche Bank erheben solche Daten offenbar nicht für ihre Kundenprofile: "Die Möglichkeiten sind begrenzt."
Maximilian von Demandowsky greift mit dem "Data Mining" ein brisantes Thema auf. Er malt ein düsteres Bild vom gläsernen Konsumenten, dessen Zahlungen, Einkaufsverhalten und sonstigen freiwilligen Angaben in sozialen Netzwerken verknüpft werden. Dabei wird nicht immer klar, was technisch möglich, was bereits Realität und was vielleicht auch kriminell ist. Außerdem verwischen die Unterschiede zwischen Deutschland und den USA.
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